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Porträt Hermann Scheer.Eine Energy-Monopoly-Frage


 Der leider viel zu früh im Oktober 2010 gestorbene »Solar-Papst« Hermann Scheer hat bereits 2008 bei der damaligen »solaren afrikanischen Desertec-Euphorie« vor den großen Leitungsproblemen gewarnt.

Wie wir mittlerweile erkennen können, nannte er das Projekt zu Recht eine »Fata Morgana«. Mit Hinweis auf das geplante Desertec Projekt wollten bereits damals die vier großen Energieversorger das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) abschaffen. Mittlerweile sind einige beteiligte »Desertec-Unternehmen« wie Solar Millenium insolvent oder wie First Solar beim massiven Fabrik schließen bzw. sehr großen Stellenabbau.


Zum Glück wurde am EEG festgehalten. Denn sonst würden uns die letzten Jahre neu installierten über 18.000 MW Photovoltaik-Kapazität plus ca. 6.000 MW Windenergiekapazität im Stromnetz fehlen.



Jetzt wird es auch ohne große mathematische Rechenleistungen interessant. Anfang Februar 2012 bei minus 18 Grad wurde in Deutschland der größte Spitzen-Stromverbrauch mit knapp 60.000 MW gemessen. Trotz dieser Spitzennachfrage exportierten wir damals über 800 MW in das (Noch-)Atomland Frankreich!


Das heißt, bereits heute ist es möglich ohne Offshore-Windanlagen oder Desertec-Strom bei einem sehr sonnigen und windigen Tag Deutschland zeitweise mit 100% erneuerbarem Strom zu versorgen.


Warum sollten wir 20 Milliarden investieren in neue Stromleitungen, wenn wir bereits heute zeitweise mit den Onshore-Windanlagen und Photovoltaik-Kraftwerken den Strombedarf voll decken können? Was wir wirklich benötigen ist ein Markteinführungsprogramm der diversen Energie-Speichertechnologien – sowohl Batterien für Stundenbereiche als auch Langfristspeicher wie z.B. synthetisches Erdgas aus Wind- und Sonnenstrom. Bei der Produktion von synthetischem Methan wird sogar CO2 aus der Atmosphäre geholt. Und neue Batterietechnologien und Power-to-Gas (PTG) Technologien werden nicht nur uns bei der erneuerbaren Energiewende helfen. Diese Technologien werden mit 99,9 prozentiger Sicherheit ein Exportschlager werden. Darüber hinaus gilt es einen finanziellen Anreiz für regelbare Verbundkraftwerke zu schaffen, bei denen die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft sowie Energiespeicher mit moderner Informationstechnik zusammengeschaltet werden.

Buchtitel: Hermann Scheer: Der energ-ethische Imperativ.

Die Mehrheit unserer Gesellschaft wünscht einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Denn dieser Ausbau führt automatisch zum schnelleren Abschalten der Atomkraftwerke und schafft hunderttausende sinnvolle neue Arbeitsplätze ohne atomare Verstrahlungsgefahren à la Fukushima oder Tschernobyl.


Unsere Kinder haben eine »sonnige Zukunft« und keine »verstrahlte Zukunft« verdient! Hermann Scheer schrieb in seinem letzten Buch, dass es ein »EnergEthischer Imperativ« ist, dass wir endlich die neuen Energien verstärkter nutzen.


Denn YES WE CAN live in a solar world – bzw.
The (Energy) answer is blowing in the wind!

Frank Winkler
aus Leserbrief an SZ 
Bilder: EUROSOLAR 




Mehr Infos zur Machbarkeit der Solarenergiewende gibt es auf den websiten