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Zitat

«Wir sehen unten im Reichstag, im Sitz des Deutschen Bundestages, das Ende des Zweiten Weltkrieges, der hier praktisch beendet worden ist mit der Übernahme des Reichtagsgebäudes durch russische Soldaten, die dann ihren Gruß an die Heimat an die Wand gemalt haben. Und das ist hier erhalten geblieben als Mahnmal dafür, dass wir ohne völlig neue Lösung der Verteilungsfrage und ohne völlig neue Lösung der Umweltfrage, hin zu erneuerbaren Ressourcen, weg von den erschöpflichen Ressourcen, die nicht für alles reichen. Wenn wir das nicht machen, dann kommen Dinge, wie sie hier ihr Ende gefunden haben im Zweiten Weltkrieg, in irgendwelchen Formen immer wieder.»
Hermann Scheer aus dem Film
Let's make MONEY

Scheinbare Sicherheit, nur auf dem Papier

Grafik: Gefährdete Zonen bei einem GAU.

 

11.06.2014 | Die Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on IPPNW kri­ti­siert die von der Strah­len­schutz­kom­mis­si­on (SSK) vor­ge­leg­ten neu­en Ka­ta­stro­phen­schutz­richt­li­ni­en, die bei der heu­te be­gin­nen­den In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Bonn be­schlos­sen wer­den sol­len. »Die Aus­wei­tung der Eva­ku­ie­rungs­zo­ne in­ner­halb von 24 Std. von 10 auf 20 Ki­lo­me­ter greift aus strah­len­me­di­zi­ni­scher Sicht viel zu kurz«, so die ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de der IPPNW, Dr. med. An­ge­li­ka Clau­ßen. Für die Ärz­te­or­gan­sa­ti­on sind die Emp­feh­lun­gen nichts als ein Pa­pier­ti­ger.

 

  • In den von der SSK neu ge­plan­ten Eva­ku­ie­rungs­ra­di­en le­ben hun­dert­tau­sen­de Men­schen. Die aus­füh­ren­den Be­hör­den wer­den da­mit hoff­nungs­los über­for­dert sein.
  • Die von der SSK neu emp­foh­le­nen Eva­ku­ie­rungs­ra­di­en sind im­mer noch zu klein an­ge­legt. Das Bun­des­amt für Strah­len­schutz emp­fiehlt Zo­nen von 100–170 km, das Öko-In­sti­tut so­gar Zo­nen mit 50 km Brei­te und 600 km Län­ge.
  • Die SSK emp­fiehlt zu ho­he Ein­greifs­richt­wer­te für Eva­ku­ie­rung und Zwangs­um­sied­lung. Nach Emp­feh­lung der SSK er­fol­gen Eva­ku­ie­run­gen erst bei ei­ner Be­las­tung von 100 Mil­li­sie­vert (mSv) in­ner­halb von 7 Ta­gen (Fu­kus­hi­ma 20 mSv, Tscher­no­byl 10 mSv). Da­mit wer­den im Ge­gen­satz zu Ja­pan und der Ukrai­ne zig­tau­sen­de Strah­len­op­fer mehr in Kauf ge­nom­men.
  • Die SSK be­trach­tet nur »aku­te Strah­len­krank­hei­ten«. Lang­zeit­fol­gen wie Krebs­er­kran­kun­gen, Fehl­bil­dun­gen, Erb­gut­schä­den, Tot­ge­bur­ten, Herz­kreis­lauf­er­kran­kun­gen, Im­mun­ab­wehr­stö­run­gen wer­den nicht be­rück­sich­tigt, ob­wohl mitt­ler­wei­le gut er­forscht.

 

Er­schre­ckend für die IPPNW ist eben­falls, dass die Frei­set­zung von ra­dio­ak­ti­ven Par­ti­keln bei ei­nem Su­per-GAU laut SSK schon nach 50 Stun­den be­en­det sein soll. Das ist ei­ne Emp­feh­lung wi­der bes­se­res Wis­sen, so der IPPNW-Arzt Rein­hold Thiel. Tscher­no­byl wur­de erst nach 11 Ta­gen un­ter Kon­trol­le ge­bracht, Fu­kus­hi­ma erst nach 25 Ta­gen. In Ja­pan wur­den nach Fu­kus­hi­ma Ge­bie­te mit ei­ner Be­las­tung von 20 mSv pro Jahr als un­be­wohn­bar er­klärt. Selbst die­sen Grenz­wert se­hen vie­le Strah­len­schüt­zer noch als zu ge­fähr­lich an. In­zwi­schen wird auch von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO an­er­kannt, dass es kei­nen Schwel­len­wert gibt, un­ter­halb des­sen Strah­lung me­di­zi­nisch un­be­denk­lich wä­re.

 

Die von der Strah­len­schutz­kom­mis­si­on emp­foh­le­ne Aus­wei­tung der Be­vor­ra­tung von Jod­ta­blet­ten für Kin­der, Ju­gend­li­che und Schwan­ge­re in ei­nem 100-Ki­lo­me­ter-Um­kreis auf das ge­sam­te Bun­des­ge­biet ist laut IPPNW zwar ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Aber: nach Auf­fas­sung der Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on soll­te sie auch für al­le Er­wach­se­nen er­fol­gen. Zu­dem sei­en die Jod­ta­blet­ten nicht zen­tral zu la­gern, son­dern nach ös­ter­rei­chi­schem Vor­bild je­dem Haus­halt vor­ab zur Ver­fü­gung zu stel­len. »Die hoch­do­sier­ten Jod­ta­blet­ten soll­ten näm­lich schon ein­ge­nom­men wer­den, be­vor die ra­dio­ak­ti­ve Be­las­tung die Men­schen er­reicht. Nur dann schüt­zen sie vor Schild­drü­sen­krebs«, so IPPNW-Vor­stands­mit­glied Dr. Dör­te Sie­den­topf. »Für Strah­len­krank­hei­ten nach ei­nem Su­per-GAU gibt es kei­ne all­um­fas­sen­de Strah­len­schutz­ta­blet­te«. Der ein­zig wirk­sa­me Schutz ist das um­ge­hen­de Ab­schal­ten und die Still­le­gung al­ler Atom­kraft­wer­ke so­wie die schon be­gon­ne­ne En­er­gie­wen­de.

 

IPPNW-Pressemitteilung vom 11.6.2014
Grafik: IPPNW

 


Für Interviewanfragen steht Dr. Angelika Claußen gerne zur Verfügung.
Kontakt: Angelika Wilmen (Presse), Tel. 030-69 80 74-15. Henrik Paulitz (Energieexperte), Tel. 0171-53 888 22, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de,
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Die große Friedensradfahrt Paris – Moskau – Hiroshima / Nagasaki startet am 7. Mai 2020 in Paris.
Hallo zusammen, in den letzten Tagen und Wochen sind viele Länder, die die Friedensradfahrt tangiert, in einen Ausnahmezustand geraten, der diverse Veranstaltungen unmöglich macht. Auch die Friedensradfahrt 2020 Paris - Moskau - Hiroshima/Nagasaki kann nach allem was sich im Moment sagen lässt nicht wie geplant stattfinden. Deshalb wird sie auf das Jahr 2021 verschoben.

Die Anmeldeunterlagen sowie Informationen zum Etappenplan können angefragt werden unter
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