… und warum AKW keinen Dünger erzeugen

Liebe Freund*in,

das war eine bestürzende Nachricht gestern Mittag: Trotz monatelanger Proteste von Klimaschützer*innen, Atomkraft-Gegner*innen und Finanz-Expert*innen kam im Europaparlament knapp keine Mehrheit gegen die Aufnahme von Atomkraft und Erdgas in die EU-Taxonomie für nachhaltige Geldanlagen zustande. Ungeachtet der Umweltschäden und Gesundheitsrisiken, die mit der Nutzung von Atomkraft und Erdgas verbunden sind, sollen beide Techniken künftig offiziell als «öko» gelten. Das ist schlicht absurd und gibt die gesamte EU-Taxonomie der Lächerlichkeit preis. Eine erste Einschätzung zu den Folgen findest Du in unserer Pressemitteilung.

Wir alle wissen: Solange weiter AKW laufen, ist es keine Frage, ob weitere schwere Atomunfälle passieren oder nicht. Die Frage ist nur, wann und wo sie als nächstes passieren. Stellen wir uns also vor, nur als Beispiel, dass der nächste Super-GAU in einem AKW mitten in Frankreich oder in Tschechien passiert, so wie er vor einigen Jahren beinahe im schwedischen AKW Forsmark oder in den (inzwischen abgeschalteten) deutschen AKW Biblis und Brunsbüttel passiert wäre. Dann ist da weit und breit kein Ozean, über den die radioaktive Wolke ziehen kann, wie es in Fukushima der Fall war. Vielmehr regnet der Fallout dann komplett über bewohntem Gebiet ab, bringt Krankheit, Leid und Tod, unter Umständen für Millionen. Angenommen etwa, der Großraum Paris oder Brüssel wird kontaminiert, evakuiert, auf Jahrzehnte unbewohnbar. Wollen der französische Präsident und die EU-Kommission und all die anderen, die sich aktuell so für Atomkraft ins Zeug legen, diese dann allen Ernstes weiterhin als «nachhaltig» auszeichnen? Wohl kaum.

Mit herzlichen Grüßen
Armin Simon
und das ganze .ausgestrahlt-Team


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