Essen, 21.3.2010 - Mit einer ausdrucksvollen Matinee der "KünstlerInnen für den Frieden" beendeten rund 1.000 Teilnehmer/innen die "Friedenskultur.2010". 40 Jahre nach dem 1970 geschlossenen Atomwaffensperrvertrag fordern sie "die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen".

Der Kongress "Friedenskultur.2010" appelliert an die Bundestagsabgeordneten, sich für eine Beendigung der nuklearen Teilhabe Deutschlands einzusetzen. Die nächste Gelegenheit dazu ist die Abrüstungsdebatte des Deutschen Bundestages am kommenden Freitag.

Vertreter aller fünf Bundestagsfraktionen haben sich auf der
Veranstaltung zu dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt bekannt und
bekräftigt, dass die US-Atomwaffen schnellstmöglich aus Deutschland
abgezogen werden müssten. Namentlich waren dies Roderich Kiesewetter
(CDU/CSU), Uta Zapf (SPD), Dr. Bijan Djir-Sarai (FDP), Paul Schäfer (Die
Linke) sowie Agnes Malczak (Bündnis 90/Die Grünen).

Zum Abschluss des Kongresses gab es großen Applaus für Reinhard Paß, den
Oberbürgermeister der Stadt Essen: Er ist der internationalen
Nichtregierungsorganisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den
Frieden) beigetreten, die sich für eine atomwaffenfreie Welt bis 2020
einsetzt.

Professor Andreas Buro, einer der renommiertesten Politikwissenschaftler
Deutschlands und 2008 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet,
erklärte zur Eröffnung des Kongresses: "Wir brauchen zivile und
friedliche Strategien zur Konfliktlösung. Aufrüstung und atomare
Bewaffnung sind kein Lösungsweg für uns Menschen -- weder in Europa,
noch in Afghanistan oder dem Iran." Entsprechend fordern die
Veranstalter in der "Essener Erklärung": "Das durch Präsident Obama
formulierte Ziel einer Welt ohne Atomwaffen muss konsequent verfolgt
werden." (Essener Erklärung im Wortlaut:
http://www.dfg-vk.de/thematisches/atomwaffen-abschaffen/2010/413)

Dass diese Forderung nicht umsonst gerade auch aus Essen kommt,
verdeutlichte Christine Hoffmann, Generalsekretärin von pax christi, den
Teilnehmern ganz konkret: "Nordrhein-Westfalen ist an seiner Westflanke
von Atomwaffen umzingelt. In Büchel in der Eifel lagern amerikanische
atomare Sprengköpfe. Auf belgischer Seite lagern sie in Kleine Brogel
und auf holländischer Seite in Volkel. Nahezu die tausendfache
Zerstörungskraft der Hiroshimabombe befindet sich also ganz in der Nähe
des Ruhrgebiets."

Höhepunkte der Veranstaltung waren die Podiumsdiskussion mit Vertretern
der Bundestagsfraktionen sowie die Statements von Alyn Ware, dem
alternativen Nobelpreisträger 2009 aus Neuseeland, und Horst-Eberhard
Richter, Psychoanalytiker und eine der Gallionsfiguren der deutschen
Friedensbewegung. Bewegende Worte fand der Bürgermeister von Hiroshima,
Tadatoshi Akiba, der per Video zugeschaltet war. Er versicherte, dass
die Stadt Hiroshima sich für Abrüstung einsetzen wird, bis die letzten
Atomwaffen vernichtet sein werden. Ihm schloss sich Liedermacher
Konstantin Wecker auf der Matinee "Künstlerinnen für den Frieden" an und
rief unter tosendem Applaus der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: "Wir
werden an der Utopie einer friedlichen und gewaltfreien Welt festhalten."

Die Friedensarbeit geht nach der Matinee direkt weiter: Zahlreiche
Radtouren in ganz Deutschland unter dem Motto "next stop New York 2010"
schaffen Öffentlichkeit für atomare Abrüstung im Vorfeld der
Überprüfungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag im Mai in New York.
Am Osterwochenende gibt es zusätzlich zu den Ostermärschen eine Aktion
am Atomwaffenstandort Büchel in Rheinland-Pfalz. In New York findet eine
internationale Konferenz und Demonstration unter dem Motto "Disarm now!"
statt, an der sich die Veranstalter des Projekts "Friedenskultur.2010"
ebenfalls beteiligen.

Fotos des Kongresses finden Sie hier:
www.dfg-vk.de/material/bildergalerie/friedenskultur_2010/

Weitere Informationen: www.friedenskultur2010.de.

Vier Träger veranstalteten die Matinee und den Kongress:
Deutsche Friedensgesellschaft--Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
pax christi Deutsche Sektion die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in
sozialer Verantwortung (IPPNW) und Essener Friedensforum.



Aktuellen Aufruf "Für eine Zukunft ohne Atomwaffen!" online
unterzeichnen auf www.frieden-mitmachen.de


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